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»Alle Menschen seh ich leben« von Novalis

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Alle Menschen seh ich leben Viele leicht vorüberschweben Wenig mühsam vorwärtsstreben Doch nur Einem ists gegeben Leichtes Streben, schwebend leben. Wahrlich der Genuß ziemt Toren In der Zeit sind sie verloren, Gleichen ganz den Ephemeren[.] In dem Streit mit Sturm und Wogen Wird der Weise fortgezogen Kämpft um niemals aufzuhören Und so wird die Zeit betrogen Endlich unters Joch gebogen Muß des Weisen Macht vermehren. Ruh ist Göttern nur gegeben Ihnen ziemt der Überfluß Doch für uns ist Handeln Leben Macht zu üben nur Genuß. »Alle Menschen seh ich leben« von Novalis Novalis-Gdichte: Gedichte von Novalis

»Mondbeglänzte Zaubernacht« von Ludwig Tieck

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Mondbeglänzte Zaubernacht , die den Sinn gefangen hält , wundervolle Märchenwelt , steig auf in der alten Pracht ! Liebe lässt sich suchen , finden , niemals lernen , oder lehren, wer da will die Flamm entzünden ohne selbst sich zu versehren , muß sich reinigen der Sünden . Alles schläft , weil er noch wacht , wenn der Stern der Liebe lacht , goldene Augen auf ihn blicken , schaut er trunken vor Entzücken Mondbeglänzte Zaubernacht. Ludwig Tieck Video: LUDWIG TIECK - MONDBEGLÄNZTE ZAUBERNACHT

»Mondbeglänzte Zaubernacht« von Ludwig Tieck

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Mondbeglänzte Zaubernacht , die den Sinn gefangen hält , wundervolle Märchenwelt , steig auf in der alten Pracht ! Liebe lässt sich suchen , finden , niemals lernen , oder lehren, wer da will die Flamm entzünden ohne selbst sich zu versehren , muß sich reinigen der Sünden . Alles schläft , weil er noch wacht , wenn der Stern der Liebe lacht , goldene Augen auf ihn blicken , schaut er trunken vor Entzücken Mondbeglänzte Zaubernacht. Ludwig Tieck Video: LUDWIG TIECK - MONDBEGLÄNZTE ZAUBERNACHT

»Das Mädchen aus der Fremde« von Friedrich von Schiller

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In einem Tal bei armen Hirten Erschien mit jedem neuen Jahr, Sobald die ersten Lerchen schwirrten, Ein Mädchen, schön und wunderbar. Sie war nicht in dem Tal geboren, Man wusste nicht, woher sie kam, Und schnell war ihre Spur verloren, Sobald das Mädchen Abschied nahm. Beseligend war ihre Nähe, Und alle Herzen wurden weit, Doch eine Würde, eine Höhe Entfernte die Vertraulichkeit. Sie brachte Blumen mit und Früchte, Gereift auf einer andern Flur, In einem andern Sonnenlichte, In einer glücklichern Natur. Und teilte jedem seine Gabe, Dem Früchte, jenem Blumen aus, Der Jüngling und der Greis am Stabe, Ein jeder ging beschenkt nach Haus. Willkommen waren alle Gäste, Doch nahte sich ein liebend Paar, Dem reichte sie der Gaben beste, Der Blumen allerschönste dar. »Das Mädchen aus der Fremde« von Friedrich von Schiller Literatur: Friedrich Schiller - Die schönsten Balladen und Gedichte

»Der Zauberlehrling« von Johann Wolfgang von Goethe

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Hat der alte Hexenmeister Sich doch einmal wegbegeben! Und nun sollen seine Geister Auch nach meinem Willen leben. Seine Wort' und Werke Merk ich, und den Brauch, Und mit Geistesstärke Thu' ich Wunder auch. Walle! walle Manche Strecke, Daß, zum Zwecke, Wasser fließe, Und mit reichem vollem Schwalle Zu dem Bade sich ergieße. Und nun komm, du alter Besen! Nimm die schlechten Lumpenhüllen; Bist schon lange Knecht gewesen; Nun erfülle meinen Willen! Auf zwei Beinen stehe, Oben sei ein Kopf, Eile nun und gehe Mit dem Wassertopf! Walle! walle Manche Strecke, Daß, zum Zwecke, Wasser fließe, Und mit reichem vollem Schwalle Zu dem Bade sich ergieße. Seht, er läuft zum Ufer nieder! Wahrlich! ist schon an dem Flusse, Und mit Blitzesschnelle wieder Ist er hier mit raschem Gusse. Schon zum zweitenmale! Wie das Becken schwillt! Wie sich jede Schale Voll mit Wasser füllt! Stehe! stehe! Denn wir haben Deiner Gaben Vollgemessen! -\-\ A...

»Advent« von Theodor Fontane

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Noch ist Herbst nicht ganz entfloh'n, Aber als Knecht Ruprecht schon Kommt der Winter hergeschritten, Und alsbald aus Schnees Mitten Klingt des Schlittenglöckleins Ton. Und was jüngst noch, fern und nah, Bunt auf uns hernieder sah, Weiß sind Türme, Dächer, Zweige, Und das Jahr geht auf die Neige, Und das schönste Fest ist da. Tag du der Geburt des Herrn, Heute bist du uns noch fern, Aber Tannen, Engel, Fahnen Lassen uns den Tag schon ahnen, Und wir sehen schon den Stern. »Advent« von Theodor Fontane (1819 - 1898)

»Morgenlied« von Heinrich Hoffmann von Fallersleben

»Die Sterne sind erblichen mit ihrem güldnen Schein; bald ist die Nacht entwichen, der Morgen dringt herein. Noch waltet tiefes Schweigen im Tal und überall; auf frisch betauten Zweigen singt nur die Nachtigall. Sie singet Lob und Ehre dem hohen Herrn der Welt, der überm Land der Meere die Hand des Segens hält. Es hat die Nacht vertrieben; ihr Kindlein fürchtet nichts! Stets kommt zu seinem Leben der Vater allen Lichts.« August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), eigentlich A.H. Hoffmann, deutscher Schriftsteller, dichtete 1841 auf Helgoland »Das Lied der Deutschen«, dessen 3. Strophe die heutige Deutsche Nationalhymne ist. »Morgenlied« von Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874)