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Es werden Posts vom Mai, 2026 angezeigt.

»Würde der Frauen« von Friedrich Schiller

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Ehret die Frauen! sie flechten und weben Himmlische Rosen ins irdische Leben, Flechten der Liebe beglückendes Band, Und in der Grazie züchtigem Schleier Nähren sie wachsam das ewige Feuer Schöner Gefühle mit heiliger Hand. Ewig aus der Wahrheit Schranken Schweift des Mannes wilde Kraft; Unstät treiben die Gedanken Auf dem Meer der Leidenschaft; Gierig greift er in die Ferne, Nimmer wird sein Herz gestillt; Rastlos durch entlegne Sterne Jagt er seines Traumes Bild. Aber mit zauberisch fesselndem Blicke Winken die Frauen den Flüchtling zurücke, Warnend zurück in der Gegenwart Spur. In der Mutter bescheidener Hütte Sind sie geblieben mit schamhafter Sitte, Treue Töchter der frommen Natur. Feindlich ist des Mannes Streben, Mit zermalmender Gewalt Geht der wilde durch das Leben, Ohne Rast und Aufenthalt. Was er schuf, zerstört er wieder, Nimmer ruht der Wünsche Streit, Nimmer, wie das Haupt der Hyder Ewig fällt und sich erneut. Aber, zufrieden mit stillerem ...

»Alle Menschen seh ich leben« von Novalis

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Alle Menschen seh ich leben Viele leicht vorüberschweben Wenig mühsam vorwärtsstreben Doch nur Einem ists gegeben Leichtes Streben, schwebend leben. Wahrlich der Genuß ziemt Toren In der Zeit sind sie verloren, Gleichen ganz den Ephemeren[.] In dem Streit mit Sturm und Wogen Wird der Weise fortgezogen Kämpft um niemals aufzuhören Und so wird die Zeit betrogen Endlich unters Joch gebogen Muß des Weisen Macht vermehren. Ruh ist Göttern nur gegeben Ihnen ziemt der Überfluß Doch für uns ist Handeln Leben Macht zu üben nur Genuß. »Alle Menschen seh ich leben« von Novalis Novalis-Gdichte: Gedichte von Novalis