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»Frühlingsglaube« von Ludwig Uhland

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Die linden Lüfte sind erwacht, sie säuseln und wehen Tag und Nacht, sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Nun, armes Herze, sei nicht bang! Nun muß sich alles, alles wenden. Die Welt wird schöner mit jedem Tag, man weiß nicht, was noch werden mag, das Blühen will nicht enden. Es blüht das fernste, tiefste Tal: nun, armes Herz, vergiß der Qual! Nun muß sich alles, alles wenden! »Frühlingsglaube« von Ludwig Uhland (1787 - 1862), deutscher Lyriker und Germanist Video: Ludwig Uhland „Frühlingsglaube“ - YouTube

»Der Lenz« von Nikolaus von Lenau

Da kommt der Lenz, der schöne Junge, den alles lieben muß, herein mit einem Freudensprunge und lächelt seinen Gruß. und schickt sich gleich mit frohem Necken zu all den Streichen an, die er auch sonst dem alten Recken, dem Winter, angetan. Er gibt sie frei, die Bächlein alle, wie auch der Alte schilt, die der in seiner Eisesfalle so streng gefangen hielt. Schon ziehen die Wellen flink von dannen mit Tänzen und Geschwätz und spötteln über des Tyrannen zerronnenes Gesetz. »Der Lenz« von Nikolaus von Lenau

»Ablösung« von Joseph Freiherr von Eichendorff

Wir saßen gelagert im Grünen, So traulich und lustig gesellt, Die Lichter des Frühlings schienen Hold spielend durchs grüne Gezelt. Im Frühlingsglanz still auf und nieder Ergingen der Frauen sich viel, Und liebliche Augen und Lieder, Sie hielten ein herzliches Spiel. Und unten von Tälern und Flüssen Ein schallendes, wirrendes Reich – O freudiges, erstes Begrüßen Von Leben und Lieben zugleich! Verlassen nun stehen die Räume, Es schauen und rauschen allein Die groß gewordenen Bäume So ernst in die Stille herein. Von allen, die dort sonst gesessen, Es sehnet sich niemand hierher, Sie haben den Frühling vergessen, Kennt keiner den anderen mehr. Und wie ich so sinn, da erwachen Die alten Lieder in mir! Da hör ich auf einmal ein Lachen Und Schallen im grünen Revier. Und fröhliche Lieder erklangen Aus Herzensgrunde so recht, Und unter den Bäumen ergangen Erblick ich ein ander Geschlecht. Geöffnet bleibt ewig zum Feste Des Frühlings lustiges Haus, Es schw...

»Der Lenz« von Nikolaus von Lenau

Da kommt der Lenz, der schöne Junge, den alles lieben muß, herein mit einem Freudensprunge und lächelt seinen Gruß. und schickt sich gleich mit frohem Necken zu all den Streichen an, die er auch sonst dem alten Recken, dem Winter, angetan. Er gibt sie frei, die Bächlein alle, wie auch der Alte schilt, die der in seiner Eisesfalle so streng gefangen hielt. Schon ziehen die Wellen flink von dannen mit Tänzen und Geschwätz und spötteln über des Tyrannen zerronnenes Gesetz. »Der Lenz« von Nikolaus von Lenau

»Sehnsucht« von Friedrich Schiller

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Ach, aus dieses Tales Gründen, Die der kalte Nebel drückt, Könnt ich doch den Ausgang finden, Ach wie fühlt ich mich beglückt! Dort erblick ich schöne Hügel, Ewig jung und ewig grün! Hätt ich Schwingen, hätt ich Flügel, Nach den Hügeln zög ich hin. Harmonien hör ich klingen, Töne süßer Himmelsruh, Und die leichten Winde bringen Mir der Düfte Balsam zu, Goldne Früchte seh ich glühen Winkend zwischen dunkelm Laub, Und die Blumen, die dort blühen, Werden keines Winters Raub. Ach wie schön muß sichs ergehen Dort im ewgen Sonnenschein, Und die Luft auf jenen Höhen O wie labend muß sie sein! Doch mir wehrt des Stromes Toben, Der ergrimmt dazwischen braust, Seine Wellen sind gehoben, Daß die Seele mir ergraust. Einen Nachen seh ich schwanken, Aber ach! der Fährmann fehlt. Frisch hinein und ohne Wanken, Seine Segel sind beseelt. Du mußt glauben, du mußt wagen, Denn die Götter leihn kein Pfand, Nur ein Wunder kann dich tragen In das schöne Wunderland. »Sehnsucht« von Friedric...